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Termine KRV von 1897 e.V.

Mi Nov 09 @19:30 - 10:00PM
Ausschusssitzung
Sa Nov 19 @10:00 - 05:00PM
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Ausschusssitzung
Fr Mär 24 @19:30 - 09:00PM
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"Alte Herren" Wanderfahrt 12. – 15.5.2010

Von Kitzingen nach Wertheim auf dem Main

Gegen Mittag versammelt sich die Kitzinger Truppe am Ruderhaus. Es weht ein kalter Westwind, eine Sonne lässt sich über der hoch liegenden aber dichten Wolkendecke nicht einmal vermuten. Aber: Die Stimmung ist gut.

Wir lassen die Boote zu Wasser. Admiral Beppo überwacht das Einschiffen. Die Flotte wird geführt vom schnellen Dreier, es folgen zwei gesteuerte behäbige Vierer. Vom Heck flattern die KRV- Vereinsfahnen. Im Boot die Rudersklaven: Nun ja, wir sind teilweise ergraut, nicht mehr die Jüngsten. Wir 14 Mann bringen um die 900 Jahre in die Boote – aber immerhin, zwei Youngsters um die 40 sind auch bei uns. Damit können wir die Statistik schönen. Einige von uns haben eine Karriere als Rennruderer hinter sich und manch einer kann auf eine jährliche Ruderleistung von mehr als 1000 km in den letzten Jahren zurückschauen. So erreichen wir ohne weitere Schwierigkeiten das ARCWBootshaus in Würzburg, ziehen die Boote ans Ufer und lassen den Tag mit Umtrunk und gutem Essen in Lindlbach ausklingen.

 

Am nächsten Morgen ist das Wetter nicht besser. Aber – es regnet nicht. Und so sind wir dankbar, durchfahren in Flottenstärke ungestört von der Binnenschifffahrt die mächtige Staustufe in Würzburg (hier existiert keine Bootsschleuse, unser Admiral hat eine Extra-Schleusung für uns organisiert) und streben rasch mainabwärts. Ein kalter Wind fegt von den Weinbergen herunter und treibt die Schlagmänner zu hohen Schlagzahlen. Im vorauseilenden Dreier scheinen Verwandte des legendären Obelix unterwegs zu sein. Die Blätter peitschen das Wasser. Das schreckt dann die Fischreiher, die sonst reglos am Ufer stehen, treibt die männlichen Schwäne, die ihr Nester bewachen zu Drohgebärden und lässt die Angler, die ihre Schüre weit in den Fluss hinaus geworfen haben, unterdrückt fluchen. Das Industriegebiet vor Würzburg gleitet vorbei, Kloster Zell bleibt an Backbord liegen. Die Wälder an gelegentlich steilen Uferhängen stehen in sattem unterschiedlich hellem Grün. Rapsfelder leuchten. Verirrte Nachtigallen klagen im Rohr.

 

Die Schleusen in den Staustufen bilden willkommene Unterbrechungen. Wenn sie denn funktionieren: einige sind gesperrt oder in jämmerlichem Zustand. Das Umtragen der schweren Vierer ist dann ein schweißtreibendes Unternehmen. Aber auch ein Schleusen in der großen Kammer hinter den Flussfrachtern ist nicht stressfrei. Wenn der Schiffsführer in der engen Schleusenkammer seine mächtige Schraube laufen lässt, bricht der Nr. 1 im Vierer schon mal der Schweiß aus. Unser Admiral brüllt Ermahnungen. Aber der Schiffsführer auf dem Lastkahn ist Rumäne und versteht nichts – allenfalls ein paar Flüche. Die, vom mächtigen Admiral ausgestoßen, retten uns vom Untergang. Sicher liegt unser Boot nur, wenn der Steuermann den Bootshaken in einer der Leitern einhängen kann. – Sonst beachten die Schiffer uns kaum, denn vor allem bei Gegenverkehr müssen sie sich konzentrieren. Erst gestern hat sich ein großer Schubverband in einer Kurve quer gelegt und den Flussverkehr für 24 Stunden zum Erliegen gebracht.

 

Abends schmecken dann der Schoppen, das Steak und auch der Spargel. Diskutiert wird laut und wir lösen locker alle Probleme der Finanz- und Euro- Krise. Ach, wenn man uns nur an die Macht ließe! Jeder bringt hier sein Fachwissen ein. Der Admiral brilliert mit technischen Raffinessen zur Energieversorgung, unser grüner Lehrer wettert gegen die Globalisierung, die Firma Knauf, deren Führungspotential überproportional vertreten ist, plädiert für den freien Welthandel. Mit dem mitrudernden Chirurgen stellt man sich besser gut (man kann ja nie wissen) und nur unser Gynäkologe kann sein Fachwissen schwer dann den Mann bringen. Dafür weiß er gute Witze. – Auch die Rudertechnik wird ausgiebig diskutiert: Vom Schlusszug kommt man zum Endzug und dann über Umwege schließlich zum Endsieg. Aber die Politik bleibt ein schwieriges Geschäft. Einem der Stammtischpolitiker fällt nach Mitternacht seine Zimmernummer nicht mehr ein, er muss auf der Bank im Gastzimmer nächtigen. Am nächsten Morgen geht dann ein anderer von uns fast verloren – der arme war einfach vergessen worden. Zum Trost erkundigten sich die rauen Kerle später doch einen Tag lang alle dreißig Minuten nach seinem Befinden! – Anderntags probieren wir in Homburg den Kallmuth. Selbst sonst recht schweigsame Ruderkameraden outen sich jetzt bei der Weinprobe als ausgewiesene Weinkenner. Es gehe doch nichts über den Kitzinger Eselsberg oder auch die Iphöfer Lagen. Drei Rudertage vergehen wie im Flug – wir bedauern es als wir Wertheim passieren. Dort danken wir unserer Vorsitzenden, Hella, die hier mit ihrem Gatten wartet, um nach 123 Flusskilometern unsere Boote in Empfang zu nehmen.

 

Ein abschließender Toast gilt auch unserem Admiral Beppo, der uns umsichtig durch alle Fährnisse bis hierher geleitet hat. Hoch lebe er! Es war – eine gute Männertour!

Euer Wolfram

 

 

Dank an unsere Sponsoren